Sektion III
Landesinstitut für Schule Bremen (LIS, Klaus Heitkötter), Uni Bremen
Konkrete Methoden zum filmischen Experimentieren mit Schülerinnen und Schülern
Die empirische Studie „Spielfilmnutzung – Spielfilmwissen – Spielfilmdidaktik im Abiturjahrgang 2006“ hat gezeigt: Unter allen Methoden der Filmvermittlung bevorzugen Schüler/-innen vor allem handlungsorientierte Verfahren, um sich Filmästhetik und Filmgeschichte zu erschließen.
Experimentelle Vorgehensweisen haben in der Filmwissenschaft eine lange Tradition. Erinnert sei etwa an die Experimente Lev Kuleshovs: Der russische Filmemacher und -theoretiker stand nach der Oktoberrevolution vor dem Problem, seine Studierenden an die Prinzipien der Filmästhetik heranzuführen, ohne dass sie selbst Filme drehen konnten – es mangelte an Rohfilmmaterial. Also verwendete man bereits vorhandene Filme bzw. Filmschnipsel und setzte sie neu zusammen. Seine Experimente sind als „Kreative Geografie“, „Die ideale Frau“ und „Kuleshov-Effekt“ bekannt geworden. Sie demonstrierten eindrucksvoll die Kunst der Montage (vgl. auch den Vortrag von Dr. Michael Staiger in derselben Sektion).
In Anlehnung an die Vorgehensweise von Kuleshov experimentieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem Workshop auf zweierlei Weise mit Film:
a) Sie vertonen eine Filmsequenz neu und lernen die Wirkung von Tönen auf den Film kennen.
b) Sie montieren aus einzelnen Filmschnipseln verschiedene neue Filmsequenzen.
Klaus Heitkötter, geboren 1954, leitet die Schulstudios (Video, Audio und Foto) im Bremer Medienzentrum Walle und das Referat Mediengestaltung im Bremer Landesinstitut für Schule (LIS). Seine medienpädagogischen Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Projektentwicklung und Lehrerbildung.

