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Filmpreis
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Kolloquium
Tagung
Vom Kino lernen.

Sektion I

Prof. Dr. Martin Leubner (Universität Potsdam, Didaktik der deutschen Literatur)
Filmgeschichte mit Ufa-Klassikern im Unterricht? Zur Integration früher Filmgeschichte in zeitgemäße Curricula

„Metropolis“, „M – eine Stadt sucht einen Mörder“ oder „Der blaue Engel“ ‑ eignen sich diese Filmklassiker aus der „Ufa-Epoche“ für einen historisch ausgerichteten Filmunterricht? Sollen sie gar in Vorschlägen für einen schulischen Kanon Berücksichtigung finden? Diese Fragen werden im Rahmen grundsätzlicher filmdidaktischer Reflexionen erörtert, um Prinzipien der Werkauswahl für einen filmgeschichtlich orientierten Unterricht zu entwickeln.
Filmgeschichte und Filmkanon kommen im Unterricht am ehesten zusammen, wenn filmgeschichtlich bedeutende Werke ihren Platz in einem Lese-Seh-Unterricht finden, der aktuellen Konzeptionen zur kompetenzorientierten Werkerschließung verpflichtet ist. Der „Bildungsgedanke“ darf also nicht gegen den „Kompetenzgedanken“ ausgespielt werden. Vielmehr ermöglicht sinnvoller Unterricht den Schülern eine systematische Werkerschließung „zugänglicher“ Werke der Filmgeschichte in ihrem (film-)historischen Kontext und unterstützt sie dabei, zu einer für sie persönlich bedeutsamen Interpretation zu finden.
Ein solcher zeitgemäßer, medienintegrativer Unterricht allein garantiert jedoch noch keinen Einzug der Filmgeschichte in den Unterricht. Erforderlich sind zusätzlich eine „Bescheidenheit in der Werkauswahl“ und eine maßvolle Ergänzung von Lehrplänen durch exemplarische Werke.
Martin Leubner, geboren 1961 ist seit 2008 ist er Lehrstuhlinhaber für Didaktik der Deutschen Literatur in Potsdam.