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USA 2006, Regie: Kirby Dick, mit Darren Aronofsky, Jamie Babbit, Maria Bello, Atom Egoyan, John Waters, 97 Min., OF

Vergleichbar mit der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) in Deutschland, werden Filme in den USA dem MPAA-Komitee (Motion Picture Association of America) zur Bewertung vorgelegt. Deren »Rating« empfiehlt, ab welchem Alter Jugendliche allein oder mit Begleitung einen Film sehen können (in Deutschland sind es Vorgaben, nicht nur Empfehlungen). Das Komitee der MPAA ist im Bewusstsein der Amerikaner eine Regierungsorganisation.

Fakt ist jedoch, dass sich die MPAA aus den sechs »Major Studios« zusammensetzt, die mehr als 95 % des US-amerikanischen Filmgeschäfts kontrollieren. Niemand weiß konkret, wer in dem Bewertungsgremium sitzt oder wie bewertet wird. Da die Ratings einen enormen Einfluss auf die Vermarktung eines Films haben, besitzt das Komitee große Macht.

Regisseur Kirby Dick hat in den letzten 15 Jahren die »Zensur« durch die MPAA beobachtet und erlebt, dass viele Filmemacher ihre Ideale aufgaben. Ein Kritikpunkt für Dick und andere ist, dass Filme mit schwulen oder lesbischen sexuellen Inhalten schärfer bewertet werden, als die mit Heterosex-Szenen oder expliziter Gewaltdarstellung. Filmemacher vor die Kamera zu holen, die über ihre Erfahrungen sprechen, war schwer, doch John Waters (»A Dirty Shame«) oder Atom Egoyan (»Where the Truth Lies«) zeigten sich mutig.

Um Mitglieder der MPAA ausfindig zu machen, tat Dick sich mit Privatermittlerin Becky Altringer zusammen, und sie schafften, was kein Journalist in den vergangenen 30 Jahren bewerkstelligte: Sie deckten die Namen aller aktuellen Bewerter auf.

Kirby Dick reichte seinen Dokumentarfilm natürlich der MPAA zur Bewertung ein – und erhielt eine NC-17-Bewertung (ab 18 Jahren). Nach der Premiere beim Sundance Festival gab es vom Publikum dagegen Standing Ovations.

FR 16.1. | 11:30 im Kino 46

Vortrag zu dem Film